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Obwohl die einfache und nostalgisch anmutende Technik der Wasserräder manchem als veraltet erscheinen mag, bietet sie doch einige Vorteile gegenüber Anlagen, in denen Turbinen eingesetzt werden.
Durch ihre einfache Konstruktion sind Wasserräder im Gegensatz zu Turbinen sehr unempfindlich gegen Treibgut oder Sedimente (Sand, Kies o.ä.), welche mit dem zufließenden Wasser mitgeführt werden. Dadurch kann hier auf wartungsaufwendige Rechenanlagen im Zulauf verzichtet werden. Weiterhin können sie mit recht geringen Wassermengen bei sehr geringen Fallhöhen des Wassers (< 10 m) betrieben werden. Dabei weist insbesondere das oberschlächtige Wasserrad einen guten Wirkungsgrad auf.
Wasserräder arbeiten bei sehr geringen Drehzahlen, erzeugen dabei aber ein hohes Drehmoment. Dies eignet sich besonders gut für den direkten mechanischen Antrieb von Arbeitsmaschinen. Dieses Einsatzgebiet verlor für die Wasserräder jedoch mit der flächendeckenden Elektrifizierung in Europa völlig an Bedeutung, da sie von wartungsarmen Elektromotoren ersetzt werden konnten. Die Wasserkraft wurde nun fast ausschließlich zur Stromproduktion genutzt. Da für den Antrieb der Generatoren aber hohe Drehzahlen notwendig sind, konnten die Wasserräder bis vor einigen Jahren hierfür jedoch nicht wirtschaftlich genutzt werden. Daher war der Niedergang der Wasserradanlagen unausweichlich.
Diese ungünstigen Randbedingungen haben sich inzwischen wieder verbessert. Heute sind verlustarme und robuste Planetengetriebe verfügbar, die Drehzahlen mit höchsten Übersetzungen wandeln können. Diese Technik wird beim speziell für die Stromerzeugung konzipierten Turas-Wasserrad eingesetzt. Diese Entwicklung könnte eine echte Renaissance der Wasserkraftnutzung im Bereich kleiner Leistungen (ein- bis zweistelliger kW-Bereich) einleiten. Bedenkt man, dass allein deutschlandweit tausende stillgelegte Altanlagen existieren, die mit Turas-Wasserrädern zu Kleinkraftwerken ausgebaut werden könnten, lässt sich hier ein riesiges brachliegendes Potenzial zur umweltfreundlichen Stromerzeugung erahnen.
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