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Speicherkraftwerke

In Speicherkraftwerken wird vor allem die potenzielle Energie des Wassers zur Stromerzeugung genutzt. Hier werden möglichst große Fallhöhen angestrebt. Dies wird in gebirgigen Regionen durch die Errichtung von Talsperren mit hohen Staumauern erreicht, in denen das Wasser eines oder mehrerer Fließgewässer aufgestaut wird. Am Fuße der Staumauer, wo das Wasser den höchsten Druck aufgebaut hat, wird es zum Antrieb der Generatoren in die Turbinenanlagen einspritzt.

Große Speicherkraftwerke sind vor allem in den Hochgebirgen zu finden. Durch teilweise mehrere in verschiedenen Höhenlagen befindliche und durch Rohrleitungen oder Schächte miteinander verbundene Staubecken werden hier Fallhöhen von bis zu über 1000 m realisiert. Solche Großkraftwerke können durch den Einsatz mehrerer Turbinen-Generatoreinheiten insgesamt Leistungen von mehreren tausend MW erzeugen. 

Schema Speicherkraftwerk

Speicherkraftwerke dieses Ausmaßes sind in den Mittelgebirgsräumen nicht anzutreffen. Im Thüringer Wald kann als erwähnenswerte Anlage das Kleinspeicherkraftwerk an der Wisenta in der Nähe von Schleiz genannt werden, welches eine installierte Leistung von ca. 4 MW aufweist. Die bereits 1920 gebaute Anlage ist auch aufgrund der hier eingesetzten historischen Maschinentechnik sehenswert.

Eine Sonderform der Speicherkraftwerke sind die Pumpspeicherkraftwerke, die zu Regulierungszwecken im Stromnetz eingesetzt werden. Sie können bei Bedarf zur Abdeckung von Lastspitzen Elektroenergie in das Netz einspeisen. In Zeiten geringen Strombedarfs (z.B. nachts), wenn von den Wärme- und Kernkraftwerken im Netz Überschüsse produziert werden, nehmen sie diese Energie wieder auf. Sie sind daher eher als Energiespeicher, vergleichbar mit Akkumulatoren, zu betrachten.
Pumpspeicherkraftwerke bestehen aus zwei Staubecken in unterschiedlicher Höhenlage, dem Ober- und dem Unterbecken. 

Schema Pumpspeicherkraftwerk

Zur Stromerzeugung strömt Wasser aus dem Oberbecken durch Leitungssysteme über die Turbinen in das Unterbecken. Die an die Turbinen angekoppelten elektrischen Maschinen werden dabei durch die Wasserkraft angetrieben und erzeugen Elektroenergie. Sie arbeiten in diesem Fall wie im herkömmlichen Wasserkraftwerk als Generatoren. Die gleichen Maschinen können aber auch Energie aus dem Netz aufnehmen. Sie arbeiten dann als Motoren und treiben in umgekehrter Drehrichtung die Turbinen an, die somit als Pumpen arbeiten und das Wasser vom Unterbecken wieder zurück ins Oberbecken befördern.

Blick vom PSKW Goldisthal Bedeutende Pumpspeicherkraftwerke im Thüringer Wald sind die Anlagen „Hohenwarte I u. II“ an der Hohenwartetalsperre bei Saalfeld mit einer installierten Leistung von zusammen etwa 380 MW sowie die Anlage bei Goldisthal (Bild links, Blick von der Aussichtsplattform auf das Thüringer Schiefergebirge) in der Nähe von Neuhaus. Mit 1.060 MW installierter Leistung ist dies das zweitgrößte Pumpspeicherkraftwerk Europas.

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