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Wärmedämmung schützt die Bausubstanz, schafft ein behagliches Raumklima, senkt den Energieverbrauch und damit die Schadstoffbelastung.
Durch Dämmung der Außenwände, Decken, Fußböden, Heizkörpernischen und Austausch der Fenster lassen sich der Heizenergieverbrauch und damit die Heizkosten erheblich
senken.
Die neue Energieeinsparverordnung fordert deshalb bei anstehenden
Modernisierungsarbeiten, auch die Möglichkeiten einer energetischen Verbesserung auszuschöpfen! Ein
lohnendes Angebot, diese Möglichkeiten aufzuspüren, sind die vom Bund oder auch vom Land
geförderten ingenieurmäßigen "Energie-SPAR-Beratungen vor Ort
Ausgehend vom vorhandenen Schichtenaufbau der einzelnen Gebäudehüllflächen sollten die Dämmstoffdicken so gewählt werden, dass die Mindestforderungen der EnEV hinsichtlich der
U-Werte für die einzelnen Bauteile eingehalten werden. In der Regel sind bei einer
Sanierung Maßnahmen sinnvoll, die über die Anforderungen der neuen
Energieeinsparverordnung hinausgehen. Für einen zukunftssicheren Wärmeschutz sollten
U-Werte ≤ 0,3 W/m²K angestrebt werden. Zur weiteren Reduzierung des Jahresheizwärmebedarfs in Deutschland wurde im Bundeskabinett und im Bundesrat bereits die neue Energieeinsparverordnung
(EnEV) verabschiedet, die Anfang Februar 2002 in Kraft getreten ist! Außerdem lässt sich die Wirtschaftlichkeit von Dämm-Maßnahmen angesichts der langen Lebensdauer (z.B.
mindestens 30 Jahre bei einer Thermohaut) und der in diesem Zeitraum mit Sicherheit
steigenden Energiepreise noch verbessern, wenn größere Dämmstoffdicken zum Einsatz kommen. Als optimale Dicke für eine Thermohaut wird vom Hessischen Ministerium für Umwelt,
Energie und Bundesangelegenheiten je nach vorhandenem Schichtenaufbau 12…15 cm Dämmstoffdicke vorgeschlagen. Bei Berücksichtigung umweltorientierter Maßstäbe sind sogar 15…20 cm sinnvoll. Für eine optimale Dämmung im Dachbereich werden 14…19 cm, bei Berücksichtigung umweltorientierter Maßstäbe sogar 20…26 cm vorgeschlagen.
Für deutlich höhere Dämmstoffdicken, als in der Verordnung gefordert, sprechen
folgende Argumente:
- Eine einmal angebrachte Dämmung wird nachträglich innerhalb der Nutzungsdauer kaum noch verändert
- Der geringe Anteil der Dämmstoffkosten an den Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme (siehe Beispieldiagramm)

- Eine lange Nutzungsdauer von mehr als 30 Jahren
- Die Investitionskosten fließen durch die jährliche Heizkostenersparnis Stück für Stück wieder zurück. Dies wird durch steigende
Energiepreise und Energiesteuern immer deutlicher.
- Die unter Beachtung o.g. Gründe vorgeschlagenen Dämmstoffdicken berücksichtigen die Mindestforderungen der z.Zt. gültigen
Verordnung und einen zukunftssicheren Wärmeschutz unter wirtschaftlichen Aspekten. Die angegebenen Dämmstoffdicken sind Rechenwerte. Sollte die angegebene Dicke nicht handelsüblich sein, sollte die nächst größere Dicke gewählt werden.
| Wärmeleitfähigkeit bzw. Wärmeleitfähigkeitsgruppe des Dämm-Materials |
Die Wärmeleitfähigkeit
eines Dämm-Materials kennzeichnet die "Güte" der Wärmedämmung bzw. der Wärmeleitfähigkeit. Sie wird als
-Wert in [W/mK] oder als Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) angegeben (z.B.
= 0,040 W/mK [WLG 040]!). Je niedriger der Wert, desto schlechter ist die Wärmeleitfähigkeit aber um so besser die Dämmwirkung! Es
empfiehlt sich beim Kauf des Dämm-Materials auf die Wärmeleitzahl
bzw. auf die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) zu achten.
| Außendämmung einer Außenwand |
Die Außendämmung gehört zu den bauphysikalisch günstigen Lösungen für eine Wärmedämmung. Die Dämmung von außen bringt die Wand in den geschützten, warmen Bereich und erhöht die Temperatur auf der Wandinnenseite. Die Wärmespeicherfähigkeit des
Mauerwerks bleibt raumwirksam. Vorhandene Wärmebrücken und Schwachpunkte werden in
ihrer Wirkung deutlich gemindert und kleine Risse im alten Fassadenaufbau dauerhaft überbrückt. In der Regel treten Tauwasserschäden bei ausreichend dick gedämmten Außenwänden (gilt auch für Fachwerkgebäude) nicht auf. In der wärmeren Wand wird der Taupunkt nicht unterschritten und in der Dämmschicht ist der Wasserdampfdruck schon so weit
abgebaut, dass es auch dort zu keiner Kondensation kommt. Von ausführenden Betrieben können Sie für Ihren Wandaufbau eine Dampfdiffusionsberechnung erhalten.
Zur Verminderung der Wärmebrückenwirkung sollte die Dämmung auch in Fenster- und Türleibungen hineingezogen werden und ca. 50 cm unter den Bereich der Kellerdecke reichen.
| Wärmeübertragende und zu dämmende Fläche |
In der Praxis ist es bei einer Außendämmung meist erforderlich, dass auch Flächen, die nicht zu den wärmeübertragenden Hüllflächen (z.B. Spitzgiebel) zählen, gedämmt werden. Diese Flächen werden als zusätzliche Dämmflächen berücksichtigt. Außerdem werden auch alle Fensterflächen, die kleiner als 2,5 m² sind, übermessen und der zu dämmenden Fläche
hinzugerechnet. Bei der Kostenermittlung wird also die tatsächlich zu dämmende Fläche (wärmeübertragende Hüllfläche + zusätzliche Dämmfläche + Fensterfläche ≤
2,5 m²) berücksichtigt.
| Innendämmung einer Außenwand |
Bei einer Innendämmung ist die Lage der Dämmschicht ungünstig, denn die Wärmespeicherfähigkeit des Mauerwerks wird für den Raum unwirksam und das Mauerwerk ist den jahreszeitlichen Temperaturschwankungen verstärkt ausgesetzt. Trotzdem ist eine Innendämmung immer dann sinnvoll, wenn eine Außendämmung nicht möglich ist und/oder wenn es auf eine schnelle Aufheizung des Raumes ankommt. Zur Vermeidung von Bauschäden durch Tauwasserausfall zwischen Mauerwerk und Dämmschicht ist auf der warmen Seite der Dämmschicht unbedingt eine Dampfsperre anzubringen! Elektro-Unterputzdosen durchbrechen die Dämmung – sie sollten möglichst nur an Innenwänden angebracht werden, da sonst Tauwasser in den Dosen entstehen kann.
Die optimale Dämmstoffdicke für eine Innendämmung liegt bei 6...8 cm. Größere Dämmstoffdicken führen nicht zu einer weiteren spürbaren Energieeinsparung, da der Einfluss von Wärmebrücken (z.B. eingebundene Innenwände,
Deckenauflager) bei einer Innendämmung zwangsläufig erhalten bleibt.
Die erforderlichen Dampfsperren, die insbesondere im ausgebauten Dachgeschoss auch der notwendigen Winddichtigkeit dienen, müssen immer auf der warmen Seite der Dämmschicht (also raumseitig) angebracht werden.
Der günstigste Zeitpunkt für die Realisierung der Dämm-Maßnahmen
Generell ist die Realisierung des Wärmeschutzes im Zuge von Sanierungs- und
Modernisierungsmaßnahmen besonders günstig. Der hierbei ohnehin entstehende Aufwand (wie z.B. Gerüst-, Lohn- und Materialkosten) kann gleichzeitig für die Realisierung von Wärmedämm-Maßnahmen genutzt werden. Wird dieser Zeitpunkt nicht genutzt, um mit i.d.R.
finanzierbaren Zusatzkosten eine Wärmedämmung anzubringen, sind über die gesamte Nutzungsdauer der Sanierungsmaßnahme die möglichen Energie- und Emissionssparmöglichkeiten vertan!
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