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Niedrigenergiehäuser

Wenn ein Gebäude einen Jahresheizwärmebedarf von weniger als 70.000 Watt-Stunden pro Quadratmeter Wohnfläche hat (70 kWh/m²a), erfüllt es den Standard für ein Niedrigenergiehaus. Zum Vergleich: ein ca. 1930 gebautes durchschnittliches Wohnhaus ohne Dämmung benötigt ungefähr 250 kWh/m²a. Ein Haus, das nach der Wärmeschutzverordnung von 1995 konzipiert worden ist, verbraucht immerhin noch ca. 100 kWh/m²a.

Vor allem in Schweden findet und fand die Forschung und Umsetzung an Projekten statt, die zu einer Reduzierung des Energieverbrauches von Gebäuden führt. Auslöser dafür waren die Energiekrisen und die Erkenntnis, dass die fossilen Energien demnächst aufgebraucht sein werden.
Seit 1991 ist der Niedrigenergiehaus-Standard in Schweden obligatorisch. Deutschland zog 2002 nach. Mit der Energieeinsparverordnung (ENEV) gelten die Standards für Niedrigenergiehäuser auch bei uns.

Um die gesetzlich festgelegten Werte zu erreichen, ist ein guter Wärmeschutz entscheidend. Für alle Wände, Decken und Dächer, also alle Bauteile, die den beheizten Raum von der im Winter kalten Außenluft abgrenzen, müssen Werte eingehalten werden, die angeben, wie viel Energie pro Quadratmeter Bauteilfläche entweicht bei einem Grad Temperaturunterschied zwischen der Innenseite und der Außenseite eines beheizten Raumes (W/m²K). Das sind die „U-Werte“. Dabei wird die Dämmung immer effektiver. Das ist einerseits gut, denn immer weniger Energie wird verschwendet. Andererseits wächst die Gefahr an den Stellen, die eine weniger gute Dämmung haben, den so genannten „Wärmebrücken“. Sie entstehen beispielsweise durch Undichtigkeiten im Gebäude oder durch falsch konstruierte Bauteile. Sie helfen, bildlich gesprochen, der Wärme durch die Dämmung hindurch nach außen. An diesen Stellen wird sich Kondenswasser niederschlagen. Und dieses Wasser führt zu Schimmelbildung und zu Bauschäden. Deshalb können Stellen in Gebäuden zu Problemstellen werden, die vorher unproblematisch waren: Raumecken, Fensterleibungen ...
Wichtig ist, dass das Gebäude möglichst dicht ist. Die notwendige Lüftung der Wohnung muss kontrolliert geschehen, damit feuchte, verbrauchte Luft abtransportiert wird und trockene, frische Luft in das Gebäude gelangt. 
Weil das richtige Lüften sehr schwierig ist, werden häufig Lüftungsanlagen eingesetzt, die, je nach Ausstattung, durch Wärmetauscher die Wärme der Abluft zurückgewinnen können.
Während früher die Fenster die kältesten Stellen in der Außenhülle eines Gebäudes waren, sind sie durch die Isolierglas-Technik mit Doppel- oder Mehrfachscheiben und Luft- oder Gasfüllung im Scheibenzwischenraum nun gut gedämmte Bauteile. Auch die Anschlüsse an die Wände sind weiterentwickelt worden und bieten zunehmend mehr Schutz vor Wärmeverlusten.
Diese technischen Entwicklungen führten zur Erprobung und Herstellung von Passivhäusern.

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