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Altbauten

Ein bestehendes Gebäude macht dem Nutzer und dem Planer Vorgaben in Bezug auf Lage, Orientierung, Bausubstanz, Dachform und –neigung. Oftmals spielen auch die Belange des Denkmalschutzes eine gewichtige Rolle.
Mit diesen Vorgaben muss eine individuelle Lösung gesucht werden, die das optimale Ergebnis bringt. Dabei wird dieses Ergebnis den vorgegebenen Zwangspunkten Rechnung tragen und oftmals zu anderen Ergebnissen führen, als bei einem Neubau.
Einfamilienhaus in Ilmenau Die Energieeinsparverordnung (ENEV) sieht für Altbauten bestimmte Forderungen vor, die jedoch im Einzelfall zu prüfen sind. So ist ein hochgedämmter Außenwandaufbau oftmals nicht realisierbar oder aber sogar schädlich für die Konstruktion. Die Wahl der Baustoffe muss auf die Situation des konkreten Gebäudes abgestimmt werden, um Bauschäden zu vermeiden. Schnell ist durch für Neubauten konzipierte Materialien das zerstört, was vorher lange funktioniert hat.
Die moderne Nutzung eines alten Gebäudes greift tief in die in sich ausgewogene Konzeption und Konstruktion ein. Jede Änderung am Ursprungskonzept hat Folgen, die bedacht und abgewogen werden müssen. Andererseits machen heutige Erkenntnisse und Lebensgewohnheiten Änderungen erforderlich. Auf ein Bad und WC will heute niemand verzichten, und auch ein gewisser Standard wird gewünscht. Die steigenden Energiepreise und die Notwendigkeit, Schadstoffe zu reduzieren, müssen ebenso zwangsläufig zu Veränderungen führen.
Somit ist eine genaue Untersuchung des Einzelfalles notwendig. Grundsätzlich stehen aber die bei den Neubauten beschriebenen Möglichkeiten zur Verfügung. 

Die ursprüngliche Heizung in älteren Gebäuden war häufig eine Strahlungsheizung. Dieses Heizsystem war im Gesamtkonzept vielleicht stimmig, brachte aber Komforteinschränkungen mit sich, weil z.B. Einzelöfen mit Kohlen oder Holz beheizt werden mussten. Wenn aber in einem Fachwerkhaus ein Heizkörper unter das Fenster gesetzt wird, wie es bei einem Neubau üblich ist, entstehen Schäden an der Außenwand, bedingt durch die Trocknung der Fachwerkhölzer und die damit verbundene Fugenbildung. Dieses Beispiel soll zeigen, dass auch und gerade bei einem Altbau die Energiefrage am Anfang des Planungsprozesses ihren Platz hat.
Moderne Niedertemperatur-Heizsysteme sind für Strahlungswärme ausgelegt. Sie sind als Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung möglich. Im Einzelfall muss geprüft werden, was möglich ist. 
Die Dämmung von Außenwänden ist bei Altbauten häufig problematisch. Hier ist dringend zu prüfen, wie sich geplante Änderungen bauphysikalisch verhalten. Fehler in diesem Bereich führen sehr schnell zu einer Zerstörung von Bausubstanz, die vor der Sanierung lange Jahre unbeschadet überdauert hat. In das Gesamtkonzept für einen Altbau gehören also unter anderem die Fragen des richtigen Wärmeschutzes und der angemessenen Wärmeerzeugung. 

Dachintegrierte PV-AnlageWenn die Dachdeckung erneuert werden muss, ist die Möglichkeit, Photovoltaik- und/oder Solarthermieanlagen flächenbündig mit der neuen Dachdeckung einzubauen, attraktiv. Die Anlagenfläche muss dann nicht mit gedeckt werden, so dass Dachziegel eingespart werden können. Eine allseitige Verblechung sorgt dann für den notwendigen Witterungsschutz. Eine Amortisationsrechnung sollte vorher Klarheit darüber schaffen, wie die zu erwartenden Erträge bei der vorhandenen Dachausrichtung und –neigung sind.

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