| Sitemap | Kontakt | Impressum |

Die energiepolitische Situation

Nutzbare Energie ist die Grundlage unseres Wohlstandes. Etwa 75 % des derzeitigen Weltenergiebedarfs entfällt auf die reichen Industrieländer, in denen aber nur 25 % der Weltbevölkerung leben. 

Mit dem Beginn des Industriezeitalters etwa um Mitte des 19. Jahrhunderts stieg der Energiebedarf auf der Nordhalbkugel der Erde überproportional an. Die bis dahin vorwiegend genutzten regenerativen Energieträger Biomasse, Wasser und Wind wurden schnell durch Nutzung der Stein- und Braunkohlevorkommen verdrängt. Später kamen Erdöl und Erdgas als weitere fossile Energieträger hinzu. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde schließlich auch die Kernspaltung energiewirtschaftlich eingesetzt. Die Umwandlung all dieser Energieträger in Wärmenergie, mechanische Antriebsenergie und Elektroenergie ist eine wesentliche Grundlage für den uns heute selbstverständlichen Lebensstandard. Speziell die Elektroenergie ist als besonders hochwertig anzusehen, da sie am vielseitigsten einsetzbar ist. Der heutige Stand der Informationstechnik wäre ohne die Verfügbarkeit der Elektroenergie ganz undenkbar.

Sowohl die fossilen Brennstoffe als auch das Uran als Element zur Kernspaltung sind sehr energiereich und, einmal abgebaut, transportabel und zu jeder Tages- und Nachtzeit verfügbar. Der Aufbau der heute bestehenden Energieversorgungsstruktur mit großen, zentralen Kraftwerken und einer hohen Versorgungssicherheit wurde damit möglich.

Während Erdgas heute vor allem für Heizzwecke eingesetzt wird, bildet das Erdöl den Ausgangsstoff für die meisten flüssigen Kraftstoffe und ist damit die Grundlage unserer Mobilität.

Jedoch ist die Nutzung der genannten Energieträger auch mit Problemen von existenzieller Bedeutung verbunden, z.B. wegen der Endlichkeit der Ressourcen und der klimarelevanten Auswirkungen durch ihre Verbrennung. Deshalb ist heute ein Umdenken hin zu einer dezentralen, auf der Nutzung von erneuerbaren Energieträgern basierenden Energieversorgungsstruktur notwendig.

Die Geschichte der Initiativen, Maßnahmen und Förderprogramme, die zur Umstellung unserer Energiewirtschaft beitragen sollen, reicht bereits 30 Jahre zurück. Dies unterstreicht die Wichtigkeit der Thematik, die eben mehr als eine luxuriöse Modeerscheinung einer Wohlstandgesellschaft ist.

Energiemix für Strom

Der in Deutschland verbrauchte Strom wird heute durch die Nutzung fossiler, nuklearer und erneuerbarer Energieträger bereitgestellt. Im dargestellten Diagramm des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) sind die entsprechenden Anteile für das Jahr 2002 dargestellt. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger wird vor allem durch die Wasser- und Windkraft gedeckt.

Thüringen bezieht ca. 12 % seines Stromverbrauchs aus anderen Bundesländern. Die eigene Erzeugung von Elektroenergie teilte sich im Jahr 2001 nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wie folgt auf.

Stromerzeugung in Thüringen

Die Diagramme lassen erkennen, dass die erneuerbaren Energien inzwischen schon eine nennenswerte Stellung im Energiemix einnehmen. Auch bei weiterer Zunahme dieses Anteils wird aber mittelfristig kaum vollständig auf den Einsatz der Kernkraft oder der fossilen Brennstoffe zur Stromerzeugung zu verzichten sein. Durch die konstant hohe Leistung abgebenden Großkraftwerke kann der Grundbedarf an Elektroenergie im Stromnetz rund um die Uhr bereitgestellt werden. Sie bilden damit in der heutigen Stromversorgungsstruktur neben einem zuverlässigen Verteilungssystem den wichtigsten Faktor zur Versorgungssicherheit der Verbraucher.

Die langfristige Schaffung neuer, versorgungssicherer Infrastrukturen auf der Basis regenerativer Energieträger ist aber möglich und stellt sowohl eine ingenieurtechnische als auch eine gesellschaftspolitische Herausforderung der Gegenwart und der kommenden Generationen dar. 

Der Bau einer eigenen Anlage zur Nutzung regenerativer Energien ist für viele Eigenheimbesitzer inzwischen erschwinglich geworden. Vor allem Holzheizungen, solarthermische Anlagen und Photovoltaikanlagen kommen hier in Betracht. Jeder Bürger hat außerdem die Möglichkeit, sich finanziell an größeren Anlagenprojekten (z.B. Windkraftanlagen oder Photovoltaik-Kraftwerken) zu beteiligen und von den Renditen zu profitieren. Im Ilm-Kreis und der Stadt Erfurt existieren firmenunabhängige Beratungsstellen, die potenziellen Bauherren oder Anlegern bei der Entscheidungsfindung helfen und über geeignete Förderprogramme informieren können.

TOPLINKS
ALLGEMEIN