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Probleme der gegenwärtigen Energiewirtschaft

Die verfügbaren Ressourcen an fossilen Energieträgern und an Uran sind begrenzt. Eine Verknappung dieser Rohstoffe wird nicht nur zu rapiden Preissteigerungen führen, sondern auch zu globalen Konflikten um ihre Nutzung. Beides deutet sich bereits in heutiger Zeit an. Es spielt letztlich eine untergeordnete Rolle, ob die abbaubaren Vorkommen an Kohle, Öl, Gas und Uran in 20, 50 oder 80 Jahren erschöpft sein werden. In jedem Fall muss bis dahin eine funktionierende Energieversorgungsstruktur aufgebaut sein, die nicht mehr zwingend auf die Nutzung dieser Energieträger angewiesen ist. 

Was das Erdöl betrifft, so sollte auch bedacht werden, dass dieser vielseitige Rohstoff die Grundlage der uns zur Verfügung stehenden Kunststoffe und –fasern bildet, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Auch verschiedenste chemische Verbindungen, beispielsweise für Arzneimittel, werden aus Erdöl gewonnen. Das schlichte Verbrennen in Heizungen, Kraftwerken oder Fahrzeugen wird dem hohen Wert dieses begrenzten Bodenschatzes nicht gerecht. 

Kraftwerk, fossile Energieträger Die Verbrennung der fossilen Energieträger führt zu einem immensen Ausstoß an Kohlendioxid und anderen sogenannten "Treibhausgasen", die den natürlichen Treibhauseffekt verstärken (zur Erklärung des Treibhauseffektes siehe auch www.treibhauseffekt.com). In welchem Umfang dies zu einer durch den Menschen verursachten Klimaveränderung führt, ist noch nicht vollständig geklärt. Der gemessene starke Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur um +0,6 °C in den letzten 30 Jahren deutet jedoch auf einen engen Zusammenhang hin. Die sich in den letzten Jahren mehrenden Extremwetterlagen und Naturkatastrophen werden bereits als erste Anzeichen eines sich einleitenden Klimawandels beurteilt. In diesem Kontext erscheint es unverantwortlich, den Kohlendioxidausstoß in Zukunft unverändert zu belassen oder gar noch zu erhöhen.

Aber auch die gegenwärtigen Probleme unserer Energiewirtschaft sind unübersehbar. Der Abbau der Brennstoffe führt zu großflächigen Landschaftszerstörungen und Umweltverschmutzungen. Besonders in den weniger technisierten Ländern stellt die Arbeit auf den Ölfeldern, in Kohle- und Uranbergbauen ein immenses gesundheitliches Risiko für das Personal und die anwohnende Bevölkerung dar. 

Beim Transport der Brennstoffe kommt es regelmäßig zu großen Umweltkatastrophen, sei es durch undichte Ölpipelines oder durch Tankerunglücke. 

Auch die Verbrennung der fossilen Energieträger verursacht neben dem Kohlendioxidausstoß bei unzureichender Filterung noch die Emission großer Mengen Asche und einer Reihe weiterer Giftgase (z.B. Schwefel- und Stickoxide), die zum Absterben ganzer Waldgebiete führen können. Dies betraf beispielsweise die Gipfel des Erzgebirges und des Isergebirges unter dem Einfluss der tschechischen und ostdeutschen Kohlekraftwerke in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit heute noch sichtbaren Auswirkungen. Auch die Entstehung des umweltschädlichen sauren Regens ist zum Teil auf die unzureichend gefilterten Abgase der Kohle- und Kraftstoffverbrennung zurückzuführen. Während in der Bundesrepublik inzwischen strenge Vorschriften zur Filterung existieren, ist dies jedoch in vielen weniger entwickelten Ländern heute keinesfalls üblich.

Kernkraftwerke arbeiten zwar ohne schädliche Abgase, doch sollte nicht übersehen werden, dass der Stromerzeugung hier der hochgefährliche Prozess der Kernspaltung zugrunde liegt, der im Kraftwerk durch verschiedene technische Maßnahmen unter Kontrolle gehalten wird. Bei Störungen kam es bereits mehrfach zur Freisetzung radioaktiven Materials. Bekannte, aber nicht die einzigen Beispiele sind die Unfälle in Sellafield (GB, 1957), Harrisburg (USA, 1979) und Tokaimura (J, 1999). Im schlimmsten Falle hat ein Atomunfall regional katastrophale Kurz- und Langzeitfolgen sowie global spürbare Auswirkungen, wie dies der SuperGAU von Tschernobyl 1986 gezeigt hat. Auch das Problem der Zwischen- und Endlagerung der verbrauchten hochradioaktiven Brennstäbe ist noch nicht endgültig gelöst. In unseren Zeiten muss auch der Schmuggel von radioaktiven Brennmaterial und der Einsatz durch radikale Terrorgruppen als reale Gefahr eingestuft werden.

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